CPAP-Stromkosten

Kurzantwort: Bei einer Schlafapnoe wird die Atmung im Schlaf wiederholt gestört. Am häufigsten ist die obstruktive Schlafapnoe: Der obere Atemweg wird zu eng oder verschließt sich. Seltener fehlt bei einer zentralen Schlafapnoe zeitweise der Atemantrieb. Welche Therapie sinnvoll ist, hängt deshalb nicht nur vom AHI, sondern auch von der Form der Schlafapnoe und ihrer individuellen Ursache ab.

Medizinisch kontrolliert und aktualisiert am 28.07.2026.

Was ist eine Schlafapnoe?

Bei einer Apnoe setzt der Atemfluss für mindestens zehn Sekunden aus. Bei einer Hypopnoe ist er deutlich vermindert. Der Apnoe-Hypopnoe-Index, kurz AHI, gibt an, wie viele solcher Ereignisse pro Stunde Schlaf gemessen werden.

Für die Diagnose zählt jedoch nicht nur eine einzelne Zahl. Bei Erwachsenen wird eine obstruktive Schlafapnoe üblicherweise diagnostiziert, wenn mindestens fünf obstruktive Atmungsstörungen pro Stunde zusammen mit typischen Beschwerden oder relevanten Begleiterkrankungen vorliegen – oder ab 15 Ereignissen pro Stunde auch ohne erkennbare Beschwerden. Die Auswertung gehört deshalb in schlafmedizinische Hände.

Obstruktive Schlafapnoe: Wenn der obere Atemweg kollabiert

Die obstruktive Schlafapnoe, kurz OSA, ist die häufigste Form. Im Schlaf nimmt die Spannung der Muskulatur im Rachen ab. Ist der Atemweg anatomisch eng oder besonders kollapsanfällig, kann der Luftstrom teilweise oder vollständig blockiert werden. Der Körper reagiert mit steigender Atemanstrengung, Sauerstoffabfällen und kurzen Weckreaktionen.

Die Anatomie spielt dabei eine zentrale Rolle. Dazu gehören unter anderem:

  • ein kleiner oder zurückliegender Ober- oder Unterkiefer,
  • ein enger knöcherner Atemwegsrahmen,
  • eine relativ große Zunge oder vermehrtes Weichteilgewebe,
  • vergrößerte Mandeln,
  • Übergewicht mit Fettablagerungen im Hals- und Zungenbereich,
  • eine behinderte Nasenatmung als zusätzlicher ungünstiger Faktor.

OSA ist dennoch keine bei allen Menschen identische Erkrankung. Neben der Anatomie können die Reaktionsfähigkeit der oberen Atemwegsmuskulatur, die Stabilität der Atemregulation und die individuelle Weckschwelle mitbestimmen, ob und wie häufig der Atemweg kollabiert. Eine gründliche Ursachenanalyse ist deshalb sinnvoller als die Annahme, jeder erhöhte AHI habe dieselbe Ursache.

Zentrale und gemischte Schlafapnoe

Bei einer zentralen Schlafapnoe fehlt während eines Ereignisses nicht nur der Luftstrom, sondern auch die entsprechende Atemanstrengung. Mögliche Zusammenhänge sind beispielsweise Herzinsuffizienz, bestimmte Medikamente wie Opioide, Höhenaufenthalt, neurologische oder andere Erkrankungen. Zentrale Ereignisse können auch erst nach Beginn einer Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe auftreten.

Bei gemischten Ereignissen kommen zentrale und obstruktive Komponenten zusammen. Deshalb darf eine gemischte Schlafapnoe nicht pauschal wie eine rein obstruktive Erkrankung behandelt werden. Entscheidend sind eine vollständige schlafmedizinische Auswertung, die zugrunde liegende Ursache und eine Kontrolle des Behandlungsergebnisses.

Welche Beschwerden können auftreten?

Typische Hinweise sind lautes oder unregelmäßiges Schnarchen, beobachtete Atemaussetzer, nächtliches Luftschnappen, nicht erholsamer Schlaf, morgendliche Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme und Tagesschläfrigkeit. Manche Betroffene sind jedoch nicht deutlich schläfrig. Frauen berichten häufiger über unspezifische Beschwerden wie Erschöpfung oder Ein- und Durchschlafstörungen.

Unbehandelte OSA ist unter anderem mit Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Schlaganfall, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Verkehrsunfällen und eingeschränkter Lebensqualität verbunden. Das individuelle Risiko hängt von Schweregrad, Sauerstoffbelastung, Begleiterkrankungen und weiteren Faktoren ab.

Wie wird Schlafapnoe diagnostiziert?

Ein Online-Selbsttest kann auf ein erhöhtes Risiko hinweisen, ersetzt aber keine Diagnose. Die Atmung muss im Schlaf gemessen werden – je nach Situation durch eine ambulante Polygraphie oder eine Polysomnographie im Schlaflabor. Dabei sollte nicht nur der AHI betrachtet werden. Ebenso wichtig sind Art der Ereignisse, Schlafposition, Sauerstoffsättigung, Beschwerden und Begleiterkrankungen.

Welche Behandlung passt zu welcher Ursache?

Die Therapie muss individuell gewählt werden:

  • PAP-Therapie: CPAP oder eine andere geeignete Beatmung hält den Atemweg während der Anwendung offen und ist besonders bei mittelgradiger und schwerer OSA eine sehr wirksame Standardtherapie.
  • Unterkieferprotrusionsschiene: Sie kann bei geeigneten Patienten den Unterkiefer im Schlaf vorverlagern. Wirksamkeit und Nebenwirkungen sollten zahnärztlich und schlafmedizinisch kontrolliert werden.
  • Gewichtsbehandlung: Bei Adipositas kann eine nachhaltige Gewichtsreduktion den AHI deutlich senken. Moderne Medikamente zur Gewichtsbehandlung können bei geeigneter Indikation ebenfalls relevant sein; sie sind keine pauschale Therapie für jede Schlafapnoe.
  • Lagebehandlung: Bei ausgeprägter Rückenlageabhängigkeit kann eine Positionstherapie helfen.
  • Gezielte Operationen: Vergrößerte Mandeln, bestimmte Engstellen oder eine ungünstige Kieferanatomie können operativ behandelt werden, wenn Befund und Nutzen-Risiko-Abwägung dafür sprechen.

Kann eine Kieferoperation Schlafapnoe kausal behandeln?

Wenn ein zu kleiner oder zurückliegender knöcherner Atemwegsrahmen wesentlich zur OSA beiträgt, setzt die bimaxilläre Vorverlagerung – auch Maxillomandibular Advancement oder MMA genannt – direkt an dieser anatomischen Ursache an. Ober- und Unterkiefer werden vorverlagert, wodurch sich der Raum hinter Gaumen und Zunge erweitert.

Die MMA zählt zu den wirksamsten etablierten Operationen gegen obstruktive Schlafapnoe. Studien zeigen im Mittel starke AHI-Senkungen; ein postoperativer AHI unter 5/h und damit eine objektive Heilung wird bei einem Teil der sorgfältig ausgewählten Patienten erreicht. Das Ergebnis ist jedoch individuell und muss nach der Operation durch eine Schlafmessung bestätigt werden. Eine MMA behandelt keine unabhängig bestehende zentrale Schlafapnoe.

Der nächste sinnvolle Schritt

Vor einer dauerhaften Therapie sollte geklärt werden, welche Faktoren den Atemweg im konkreten Fall verengen und welches Ziel erreicht werden soll. Zur ersten Orientierung können Sie den Schlafapnoe-Selbsttest nutzen. Bei bereits gesicherter Diagnose erklären wir auf der Seite zur Schlafapnoe-Ursachenbestimmung, wie anatomische Engstellen beurteilt werden. Informationen zur kausalen operativen Erweiterung des Atemwegs finden Sie unter Schlafapnoe-Operation.

Medizinische Quellen

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