Toilette Nykturie Schlafapnoe

Jeder ist schon einmal in der Nacht erwacht, weil er auf die Toilette musste. Kommen diese nächtlichen Unterbrechungen des Schlafs zum Wasserlassen aber regelmässig und häufig vor, ist das ein Alarmsignal. Es weist auf eine Erkrankung hin, die einer Behandlung bedarf. Krankheiten wie Diabetes, eine Herzinsuffizienz oder eine Schlafpnoe können der Grund für den nächtlichen Harndrang sein.

Was haben nächtlicher Harndrang und eine Schlafapnoe miteinander zu tun?

Beim Thema Schlafapnoe denken die meisten Personen automatisch an das bekannteste Symptom der Krankheit: Ein Schnarchen, das unregelmäßig auftritt und sehr laut sein kann. Doch das ist nicht das häufigste Symptom einer Schlafapnoe, auch wenn es sich bei 82 Prozent der Patienten zeigt. Noch häufiger, nämlich bei 84 Prozent der Patienten, tritt eine sogenannte Nykturie auf. Das ist der Fachbegriff für den nächtlichen Harndrang.

Beide dieser Symptome stören den Nachtschlaf und sorgen dafür, dass sich Schlafapnoe-Patienten nachts weniger gut erholen können. Doch wer in der Nacht wegen einer obstruktiven Schlafapnoe aufwacht, nimmt dies nicht immer bewusst wahr. Diese Art von Wachphasen dauern lediglich 3 bis 15 Sekunden. Sie mindern damit den Erholungseffekt des Schlafes weniger stark. Jedoch treten diese kurzen zentralen Weckreaktionen dafür vergleichsweise häufig auf.

Anders ein nächtlicher Toilettengang: Sie nehmen mehr Zeit in Anspruch und wer darunter leidet, nimmt dies meist bewusst wahr. Wer nachts die Toilette aufsuchen muss, weiß dies am nächsten Morgen noch. Teilweise ist es sogar so, dass sich der Schlaf nach dem Gang zur Toilette nicht mehr sofort wieder einstellt.

Ob nächtlicher Harndrang als Symptom einer Schlafapnoe häufiger auftritt als das kurzzeitige Erwachen wegen einer obstruktiven Schlafapnoe, kann nicht genau gesagt werden. Es ist ebenso möglich, dass die Toilettengänge von den Patienten einfach bewusster wahrgenommen werden.

Nicht immer eine Folge der Schlafapnoe

Zuerst muss aber abgeklärt werden, wie oft nächtlicher Harndrang und ein Gang zur Toilette normal ist und wann nicht mehr. Wie oft nachts eine Toilette aufgesucht werden muss, ist auch davon abhängig, wie viel jemand abends trinkt. Experten sprechen daher von einem relevanten Problem im klinischen Sinne, wenn der nächtliche Harndrang zweimal oder mehr pro Nacht auftritt und der Patient vorher nicht übermäßig viel Flüssigkeit zu sich genommen wird.

Zudem muss eine Nykturie nicht zwingend die Folge einer Schlafapnoe sein. Eine vergrößerte Prostata bei Männern oder bei Frauen ein Infekt der Harnwege können ebenso für das Problem verantwortlich sein. Diese urologischen Probleme treten aber auch tagsüber auf. Jedoch kann auch eine Herzinsuffizienz oder Diabetes für nächtlichen Harndrang verantwortlich sein.

Nykturie als Folge von Typ 2 Diabetes oder eine hormonelle Dysbalance durch die Schlafapnoe

Ein Typ 2 Diabetes tritt häufiger bei Patienten auf, die unter Schlafapnoe leiden. Dies wiederum kann eine Nykturie zur Folge haben. Bei einer Schlafapnoe schüttet die Nebenniere mehr Kortisol und Adrenalin in der Nacht aus. Das wiederum führt zu einem höheren Blutzuckerspiegel. Wenn dieser eine bestimmte Schwelle überschreitet, versucht die Niere den Zucker auszuscheiden. Wenn die Niere aber mehr Flüssigkeit ausscheidet, ist ein nächtlicher Harndrang nur logisch. Aber auch eine hormonelle Dysbalance kann verantwortlich für einen erhöhten Harndrang in der Nacht sein.

Schlafapnoe therapieren reduziert die nächtlichen Toilettengänge

Damit der Schlaf der Patienten weniger oft durch nächtlichen Harndrang und Toilettengänge unterbrochen wird, ist es nötig, die Schlafapnoe zu therapieren. Dies geschieht etwa durch eine Überdruckbeatmung (CPAP). Eine andere Möglichkeit ist eine Therapie, die bimaxilläres Advancement durch sogenanntes Counter Clockwise Rotation genannt wird.

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