Kurzantwort: Viele CPAP-Probleme lassen sich durch eine passende Maske, die Kontrolle von Leckagen, Befeuchtung, Behandlung der Nasenatmung und eine fachgerechte Druckprüfung verbessern. Druckwerte sollten nicht auf eigene Faust verändert werden. Neue Brustschmerzen, ausgeprägte Luftnot oder anhaltende Beschwerden müssen medizinisch abgeklärt werden.
Redaktionell medizinisch geprüft und aktualisiert am 27.07.2026.
Die Maske ist undicht oder drückt
Eine Maske muss dicht sitzen, darf aber nicht übermäßig festgezogen werden. Leckagen können durch eine falsche Größe, ein ungeeignetes Maskenmodell, verschlissene Polster, Bartwuchs oder eine ungünstige Schlauchführung entstehen. Häufig ist ein anderes Interface sinnvoller als immer stärkeres Festziehen.
Nasenmasken werden in Studien im Mittel oft besser vertragen als Mund-Nasen-Masken. Das gilt nicht für jeden Menschen: Bei dauerhaft behinderter Nasenatmung oder nicht beherrschbarer Mundleckage kann eine Mund-Nasen-Maske erforderlich sein. Entscheidend sind individuelle Passform, Therapiedaten und Beschwerden.
Trockener Mund oder trockene Nase
Mögliche Ursachen sind Leckagen, Mundatmung, zu geringe Befeuchtung oder eine eingeschränkte Nasenatmung. Sinnvolle Schritte sind:
- Leckage- und Maskenkontrolle,
- beheizte Befeuchtung,
- Kochsalzlösung bzw. ärztliche Behandlung einer Nasenerkrankung,
- Prüfung eines anderen Maskentyps.
Ein Kinnband kann in ausgewählten Fällen helfen. Vollständiges Abkleben des Mundes ist keine allgemeine Standardempfehlung. Eine systematische Übersichtsarbeit von 2025 fand nur kleine, heterogene Studien und warnte insbesondere bei eingeschränkter Nasenatmung vor Risiken. Eine ebenfalls 2025 veröffentlichte Studie zeigte zwar Nutzen bei sorgfältig ausgewählten CPAP-Nutzern mit Mundatmung; daraus folgt aber keine sichere Selbsttherapie für alle.
Luftschlucken und Blähungen
Aerophagie kann mit Druck, Leckagen, Schlafposition, Reflux oder der Art der Druckabgabe zusammenhängen. Maske und Therapiedaten sollten geprüft werden. Je nach Befund kommen eine fachgerechte Druckanpassung, APAP, Ausatemerleichterung oder eine andere Beatmungsform infrage. Die Einstellung gehört in die Hände des behandelnden Teams.
Druckgefühl, Ausatemprobleme oder Platzangst
Rampenfunktion und Ausatemerleichterung sind Optionen, aber nicht für jeden Menschen zwingend erforderlich. Eine strukturierte Eingewöhnung, zeitweises Üben im Wachzustand und ein anderes Maskendesign können helfen. Anhaltende Beschwerden sollten früh besprochen werden, weil Unterstützung in den ersten Wochen die langfristige Nutzung verbessern kann.
Brustschmerz und Luftnot nicht bagatellisieren
Ungewohnte Atemmuskulaturbelastung kann vorkommen. Brustschmerz lässt sich aber nicht zuverlässig aus der Ferne als harmloser „Muskelkater“ oder falscher CPAP-Druck erklären. Akute oder starke Schmerzen, Luftnot, Schwindel, Ausstrahlung in Arm oder Kiefer sowie neurologische Symptome erfordern eine sofortige medizinische Abklärung.
Wenn CPAP trotz Optimierung nicht funktioniert
Zunächst sollten Nutzungsdauer, Leckage, Rest-AHI, Maskensitz, Nasenatmung und mögliche zentrale Ereignisse geprüft werden. Bei fortbestehenden Beschwerden kann eine erneute Polygraphie oder Polysomnographie erforderlich sein. Erst danach lässt sich beurteilen, ob eine andere Maske, ein anderes PAP-Verfahren, eine Unterkieferprotrusionsschiene, eine anatomische Behandlung oder eine MMA-Operation sinnvoll ist.
Quellen und Evidenz
- AASM-PAP-Leitlinie, veröffentlicht 2019: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30736887/
- AASM-Systematic Review zu PAP, veröffentlicht 2019, 336 Studien: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30736888/
- American Thoracic Society, „PAP Troubleshooting“, 2021: https://www.thoracic.org/patients/patient-resources/resources/pap-troubleshooting.pdf
- AASM-Leitlinie zur Nachkontrolle, 2021: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33704050/
- Systematische Übersichtsarbeit zu Mouth Taping, 2025: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40397877/
- Studie zu Mouth Taping bei ausgewählten CPAP-Nutzern, 2025: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40963295/