
Obstruktive Schlafapnoe

Zentrale Schlafapnoe

Gemischte Schlafapnoe
Beim Schlafapnoesyndrom kommt es während des Schlafs wiederholt zu einer deutlich verminderten Atmung oder zu vollständigen Atemaussetzern. Mögliche Folgen sind Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen, morgendliche Kopfschmerzen und ein erhöhtes Risiko für Sekundenschlaf. Das Wort Apnoe stammt aus dem Griechischen und wird „Ap-no-e“ ausgesprochen.
Die nächtlichen Atemereignisse können den Sauerstoffgehalt im Blut senken und kurze Aufweckreaktionen auslösen. Die Betroffenen nehmen diese Reaktionen häufig nicht bewusst wahr. Trotzdem wird der Schlaf fragmentiert und kann seine erholsame Wirkung verlieren.
Man unterscheidet vor allem die obstruktive Schlafapnoe und die zentrale Schlafapnoe. Bei manchen Menschen treten obstruktive und zentrale Atemereignisse gemeinsam auf. Dann spricht man von einer gemischten Form.
Die obstruktive Schlafapnoe ist die häufigste Form. Während des Schlafs verengen sich die oberen Atemwege oder fallen vorübergehend zusammen, obwohl der Körper weiter Atembewegungen ausführt. Eine Rücklage oder zu geringe Größe von Ober- und Unterkiefer kann den verfügbaren Atemwegsraum deutlich verkleinern und ist deshalb bei einem Teil der Betroffenen ein wichtiger ursächlicher Faktor. Die Erkrankung entsteht jedoch häufig durch ein Zusammenspiel aus Anatomie, Weichteilvolumen, Körpergewicht, Schlafposition, Reaktion der Atemwegsmuskulatur und Regulation der Atmung.
Bei einem vollständigen Verschluss spricht man von einer Apnoe, bei einer teilweisen Verringerung des Luftstroms von einer Hypopnoe. Beide können mit Sauerstoffabfällen und kurzen Weckreaktionen verbunden sein. Lautes Schnarchen ist ein häufiges Warnzeichen, kommt aber nicht bei jedem Menschen mit Schlafapnoe vor. Wer regelmäßig laut schnarcht, beobachtete Atemaussetzer hat oder tagsüber auffällig müde ist, sollte die Schlafatmung ärztlich untersuchen lassen.
Kinder sind seltener betroffen als Erwachsene, eine kindliche Schlafapnoe ist jedoch keineswegs außergewöhnlich. Bei Kindern gehören vergrößerte Rachen- oder Gaumenmandeln zu den häufigen Ursachen. Auffälliges Schnarchen, Atempausen, unruhiger Schlaf sowie Verhaltens- oder Konzentrationsprobleme sollten kinderärztlich abgeklärt werden.
Bei der zentralen Schlafapnoe fehlt während eines Atemereignisses vorübergehend der Atemantrieb. Sie ist keine einheitliche Erkrankung. Mögliche Zusammenhänge bestehen unter anderem mit Herzinsuffizienz, bestimmten neurologischen oder anderen medizinischen Erkrankungen, Opioiden, einem Aufenthalt in großer Höhe oder einer neu auftretenden zentralen Atmung unter einer Überdrucktherapie. Seltene angeborene Störungen der zentralen Atemsteuerung können vererbt werden, sind aber nicht die typische Ursache einer zentralen Schlafapnoe im Erwachsenenalter.
Welche Faktoren können eine Schlafapnoe begünstigen?
- Übergewicht und vermehrtes Weichteilvolumen im Hals- und Rachenbereich
- Alkohol, sedierende Medikamente, Schlafmittel und Opioide
- vergrößerte Rachen- oder Gaumenmandeln, besonders bei Kindern
- eine behinderte Nasenatmung, etwa durch eine verkrümmte Nasenscheidewand oder Polypen
- familiäre und anatomische Veranlagung
- Fehlbildungen oder Fehlstellungen des Ober- und Unterkiefers
- eine vergrößerte Zunge oder andere vermehrte Weichteile, beispielsweise bei Akromegalie
Welche Faktoren im Einzelfall entscheidend sind, lässt sich nicht allein am AHI erkennen. Eine gezielte Ursachen- und Atemwegsdiagnostik kann zeigen, ob vor allem anatomische oder weitere funktionelle Mechanismen beteiligt sind.