Atemwege Mops Schlafapnoe

 

Der Mops zählt zu den “kurzköpfigen” Hunderassen, die aufgrund ihrer Anatomie häufig mit Atemproblemen oder Problemen bei der Nahrungsaufnahme zu kämpfen haben. Um schwerwiegende Spätfolgen und unnötiges Leiden der Tiere zu vermeiden, ist es wichtig, die Symptome rechtzeitig zu erkennen und Maßnahmen zu ergreifen.

Aufgrund jahrelanger Zuchtauslese entstand das heute typische Aussehen des Mopses. Diese Veränderung wird als brachyzephal bezeichnet, “brachis” für kurz und “cephalus” für Kopf. Schädel und besonders Nase und Unterkiefer wurden zunehmend verkürzt. Das Krankheitsbild, das Brachyzephale Syndrom, das daraus entstehen kann, geht mit verschiedenen Symptomen einher. Geräusche bei der Atmung, Erbrechen von Nahrung, Kurzatmigkeit, erschwerte oder nichtvorhandene Nasenatmung und schnelle Erschöpfung bis hin zu Atemaussetzern beim Schlafen und Bewusstlosigkeit sind möglich. Wenn Sie Auffälligkeiten, wie Schnarchen oder Pfeifen, bei der Atmung Ihres Tieres feststellen, ist eine weitere Abklärung bei Ihrem Tierarzt ratsam. Auch das vermehrte Hecheln, fehlende Kondition oder Beschwerden bei der Nahrungsaufnahme können ein Hinweis auf dieses Krankheitsbild sein.

Atemaussetzer und Schlafpanoe beim Mops

Atemaussetzer beim Schlafen, die sogenannte Schlafapnoe, sorgen für eine zeitweise ausbleibende Sauerstoffversorgung des Körpers. Dies hat einen unruhigen und wenig erholsamen Schlaf zur Folge, wodurch die Leistungsfähigkeit noch weiter beeinträchtigt wird. Auch sind Folgeerkrankungen des Herz-Kreislaufsystems nicht auszuschließen.
Mittels einer Allgemeinuntersuchung, ergänzt durch Radiologische Diagnostik und eine Untersuchung von Rachen und Maul in Sedierung, kann der Tierarzt die Diagnose Brachyzephales Syndrom stellen. Eine dauerhafte medikamentöse Therapie gibt es nicht, lediglich in einer Akutsituation gibt es kurzfristig wirksame Behandlungsmethoden, wie die Gabe von Sauerstoff oder Infusionen.

Abnehmen – gilt auch beim Hund

Allgemein sollten Sie, wenn Übergewicht bei Ihrem Hund besteht, eine Gewichtsreduktion anstreben. Des Weiteren können Sie helfen, indem Sie Ihren Mops keiner übermäßigen Anstrengung oder Hitze aussetzen und statt eines Halsbandes besser ein Brustgeschirr verwenden.

Operation für bessere Atemwege

Für eine langfristige Verbesserung der Beschwerden ist ein chirurgischer Eingriff jedoch unabdingbar. Die übliche Vorgehensweise besteht darin, die Engstellen chirurgisch zu beseitigen. Dies beinhaltet die Erweiterung der Nasenöffnungen, das Kürzen des Gaumensegels und das Entfernen von Kehlkopftaschen. Diese Methode ist aber, besonders bei fortgeschrittener Atemnot, nicht immer ausreichend.

Wissenschaftliche Untersuchungen der Universität Leipzig haben eine neue Operationsmethode zur Verbesserung der Atemsituation bei brachyzephalen Tieren hervorgebracht. Durch die Verwendung von Lasern während des chirurgischen Eingriffs lassen sich Teile der Nasenmuscheln verdampfen. Die Nasenhöhlen werden erweitert und damit eine wesentliche Ursache für die Atemnot beseitigt. Diese Methode wird ergänzt durch Behandlungsmethoden am Rachen und Zungengrund, die zu einer Verkleinerung der Gewebeanteile führen und somit ebenfalls für eine erleichterte Atmung sorgen. Eine weitere Möglichkeit ist die Multi-Level-Chirurgie, die für eine zeitgleiche Öffnung aller vorhandenen Engstellen sorgt. Diese müssen sich nicht auf die typischen drei Engstellen beschränken und somit sorgt diese Methode für eine ganzheitliche Beseitigung des Problems, nur so kann ein bestmögliches Ergebnis erzielt werden.

Folgen bei Nichtbehandlung

Werden diese Atemwegsverengungen gar nicht oder nicht ausreichend behandelt, kann es in Folge von Druckschwankungen zu Veränderungen an Kehlkopf, Luftröhre oder Speiseröhre kommen, die im schlimmsten Fall den Kollaps dieser Strukturen zur Folge haben und für das Tier tödlich enden.

Leidet Ihr Mops unter einer schweren Atemwegsbehinderung ist ein chirurgischer Eingriff bereits ab dem 4. Lebensmonat möglich und auch bei älteren Tieren lässt sich durch einen Eingriff die Lebensqualität noch deutlich verbessern.

Daher sollten Sie Ihr Tier aufmerksam beobachten und bei Auffälligkeiten Hilfe bei einem Tierarzt suchen. Dieser wird den Grad der Beschwerden einschätzen und bezüglich erforderlicher Maßnahmen weitergehend beraten.

Fazit

Möpsen, die aufgrund der zuchtbedingten anatomischen Veränderungen an Atembeschwerden oder anderen Symptomen leiden, kann mit heutigen chirurgischen Methoden zwar keine vollständige Symptomfreiheit gegeben werden, aber sie ermöglichen es permanente Atembeschwerden und Atemnot zu beseitigen. Somit ist ein hundegerechtes Leben mit verbesserter Lebensqualität durchaus möglich. Langfristig gesehen muss sich aber etwas im Zuchtverhalten ändern, um eine weitere Ausprägung des brachyzephalen Aussehnens und die damit verbundenen Beschwerden bei Möpsen zu verhindern.

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