Schlafapnoe Altern

In den Vereinigten Staaten von Amerika leiden fast 30 Millionen Erwachsene unter Schlafstörungen. Genau genommen ist deren Schlafzyklus als direkte Folge der obstruktiven Schlafapnoe gestört. Beim obstruktiven Schlafapnoesyndrom (OSAS) handelt es sich um eine ernstzunehmende, schlafbezogene Atemstörung. Dabei kommt es im Schlaf wiederholt zu kompletten Atemaussetzern, welche einer Verengung im Rachenraum zugrunde liegen. In einigen Fällen werden zwar keine Atemaussetzer beobachtet, jedoch leiden die Betroffenen unter einer deutlichen Verringerung des Atems. Dieses Symptom ist ebenfalls dem OSAS zuzuordnen.

Keine einmalige Angelegenheit

Erschreckend ist dabei die Häufigkeit der Atemaussetzer: Mehrere Hundert Mal kann es in der Nacht dazu kommen, dass der Atem aussetzt. Die Aussetzer können dabei sogar mehrere Minuten andauern. Es kommt zu einem Kollaps im Bereich der oberen Atemwege, welcher einen Abfall der Sauerstoffkonzentration zur Folge hat. Doch nicht nur, dass das Blut einen geringeren Sauerstoffgehalt aufweist, auch unsere Organe werden dabei minderversorgt. Das Gehirn ist als erstes betroffen und löst dazu einen Alarm aus. Das Alarmsignal äußert sich über wiederkehrende Weckreaktionen. Diese fragmentieren unseren Schlaf und sorgen dafür, dass wir uns nachts nicht erholen können.

Dauerhafter Schlafentzug schädigt die Gesundheit

Sämtliche Schlafstadien, welche der Körper pro Nacht durchläuft, werden dadurch maßgeblich gestört. Die Dunkelziffer ist hoch, denn viele Fälle von Schlafapnoe werden nicht diagnostiziert und bleiben somit unbehandelt. Die vermeintlich harmlose Schlafstörung stellt dadurch eine große Bedrohung für den allgemeinen Gesundheitszustand betroffener Personen dar. Und zwar auch in Bezug auf die Belastung der Zellen, welche durch das Syndrom schneller altern.

Schlafapnoe diskriminiert nicht und kann jeden treffen

Es gibt keine bestimmte Zielgruppe dieser gesundheitlichen Einschränkung. Jeder kann betroffen sein. Ob Männer, Frauen, Raucher, schlanke oder fettleibige Menschen: Die nächtlichen Atemaussetzer können jeden von uns heimsuchen, womit sich das Potenzial dieser Bedrohung erneut verdeutlicht. Allerdings spielt auch eine Vielzahl von Umwelteinflüssen, sowie eine ganze Reihe gesundheitlicher Einschränkungen eine Rolle, wenn es darum geht das Krankheitsbild zu begünstigen. Folgende Erkrankungen können das Risiko an Schlafapnoe zu erkranken, erhöhen:

  • Depressionen
  • Diabetes
  • Bluthochdruck
  • Schlaganfall
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Diese Symptome deuten auf Schlafapnoe hin

Wer nachts viel und laut schnarcht, hat vermutlich auch mit wiederkehrenden Atemaussetzern zu kämpfen. Das gilt insbesondere dann, wenn das Schnarchen durch Erstickungsgeräusche des Betroffenen begleitet wird. Aber auch wer tagsüber chronisch müde ist und / oder viel gähnt, sollte eine Schlafapnoe in Betracht ziehen, da beides ein Indiz dafür ist, dass der Körper nachts nicht ausreichend zur Ruhe kommt. Jetzt sollten Betroffene handeln und einen Arzt konsultieren, da der permanente Schlafentzug die Gesundheit massiv gefährden kann. Die Forschung geht dazu sogar noch einen Schritt weiter, denn aus Studien geht hervor, dass die Vielzahl der schlafstörenden Symptome im Zusammenhang mit einer unbehandelten Schlafapnoe dafür sorgen können, dass die Zellalterung beschleunigt wird. Das gilt insbesondere für Frauen.

Was hat die Schlafapnoe mit dem vorzeitigen Altern zu tun?

Im Jahr 2019 wurde von der Harvard University eine Studie mit 622 Probanden durchgeführt. Dabei wurde der Zusammenhang zwischen dem epigenetischen Alter und Atmungsstörungen untersucht. Beim epigentischen Alter handelt es sich um die vorzeitige Alterung der Zellen. Die Studie basierte auf zwei Untersuchungen:

  • Polysomnographie
  • DNA-Methylierung

Bei der Polysomnographie handelt es sich um ein diagnostisches Verfahren, welches dazu eingesetzt wird physiologische Funktionen zu messen. Das Verfahren definiert die umfangreichste Schlafuntersuchung von Personen. Die Technik bietet sich an, um während des Schlafes kontinuierlich zu überwachen. Dabei werden gleich mehrere verschiedene Körperfunktionen auf den Prüfstand gestellt. Die DNA-Methylierung sieht es hingegen vor, die Grundbausteine der Erbsubstanz einer Zelle chemisch abzuändern.

Die Forscher kamen im Rahmen der Studie zu dem Ergebnis, dass schwere Atemstörungen mit der vorzeitigen DNA-Alterung in unseren Zellen korrelieren. Zudem zeigten die Ergebnisse dieser Studie, dass von allen schlafbezogenen Zuständen, welche zu einer Blockade der Atemwege im Hals führten, die Anzahl der Fälle von Schlafapnoe sämtliche chronischen Schlafstörungen überstieg. Und dabei handelt es sich vor allem für Frauen um keine günstige Nachricht. Die weiblichen Probanden zeigten stärkere Assoziationen zwischen ihren epigenetischen Altersbeschleunigungen und ihren Schlafstörungen, als es bei Männern zu beobachten war. Und das, obwohl die Frauen typischerweise geringere Risiken im Zusammenhang mit der allgemeinen Gesundheit und möglichen Schlafstörungen aufwiesen, als ihre männlichen Kollegen.

Der Hauptautor dieser Studie kam zu dem Ergebnis, dass eine korrekte Behandlung der Schlafapnoe zur Verbesserung der allgemeinen Gesundheit beitragen kann. Doch das ist nicht alles, denn die gezielte Behandlung dieser Schlafstörung kann außerdem dabei behilflich sein, das Risiko zu senken an anderen schwerwiegenden Gesundheitseinschränkungen zu erkranken. Doch auch damit noch nicht genug, denn mit einer angemessenen Behandlung lassen sich auch die Folgen einer epigenetischen Altersbeschleunigung umkehren. Im Klartext bedeutet das: Je früher sich der Betroffene untersuchen lässt und die Diagnose Schlafapnoe erhält, desto früher ist es den Medizinern möglich, gezielt mit der Bekämpfung von Gesundheitsproblemen zu beginnen. Und das betrifft auch das vorzeitige Altern der Zellen, welches mit der obstruktiven Schlafapnoe einhergeht.

Welche Symptome zeigen sich bei Schlafapnoe?

Es gibt gleich mehrere Variationen, welche für ein potenzielles Chaos in unseren Schlafzyklen verantwortlich sind. Die häufigste definiert sich über die obstruktive Schlafapnoe. Betroffene leiden unter einzelnen Episoden, in denen es zu Anzeichnen von Erstickungen kommt, weshalb diese nach Luft schnappen. Ein weiteres Merkmal definiert sich über die nächtlichen Atemaussetzer. Dies geschieht immer dann, wenn sich die Halsmuskeln der betroffenen Person entspannen. Dabei werden die Atemwege gestrafft und der freie Luftstrom zur Lunge wird blockiert. Das Gehirn reagiert auf diesen Sauerstoffmangel. Es signalisiert der Person, dass sie aufwachen soll. Und dieser Vorgang kann bis zu 30 Mal pro Stunde auftreten. In den meisten Fällen geht mit der obstruktiven Schlafapnoe auch ein schwerer Schlafentzug einher. Die meisten Betroffenen können sich jedoch nicht an die Zeiten erinnern, in denen sie nachts immer wieder aufwachen. Die daraus resultierenden Folgen zeigen sich dafür umso mehr am nächsten Tag, wenn chronische Müdigkeit und das Gefühl nicht ausgeruht zu sein, den Alltag dominiert. Und auch wenn diese Perioden nur sehr kurz andauern, so nehmen sie doch gravierenden Einfluss auf den Körper, da der Betroffene keine Chance hat zu einem gesunden und ununterbrochenen Schlaf zu finden. Der gesunde und erholsame Schlaf ist jedoch ausgesprochen wichtig, wenn es um den Muskelaufbau, die Reparatur von Gewebe und die Synthese der Hormone geht. Ohne gesunden Schlaf haben wir keine Möglichkeit tagsüber uneingeschränkt zu funktionieren.

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