Zentrale Schlafapnoe

Viele Betroffene glauben, dass es lediglich eine einzige Form der sogenannten Schlafapnoe gibt. Doch weit gefehlt! Besonders oft kommen Menschen mit einer Apnoe zum Arzt, die aufgrund einer Verlegung der Atemwege aufgetreten ist oder die den Namen obstruktive zentrale Schlafapnoe trägt. Rund vier von fünf Fällen gehören in diesen Bereich. Natürlich gibt es noch weitere Arten, wie zum Beispiel die zentrale Schlafapnoe, die mit ZSA abgekürzt wird. Sie tritt manchmal in Kombination mit einer obstruktiven Form auf oder alleine. In rund einem von hundert Fällen haben Betroffene eine zentrale Schlafapnoe.

Doch inwiefern unterscheidet sich diese besondere Form der Apnoe von anderen Formen? Im Mittelpunkt bei der Beantwortung dieser Frage steht die Ursache der Schlafapnoe. Bei der ZSA handelt es sich nicht um eine physiologisch oder mechanisch begründete Ursache.

Diese Ursachen sind bei einer zentralen Schlafapnoe bekannt

Das Hauptproblem liegt in diesem Fall nicht im Bereich der Nase oder des Rachens, sondern direkt im menschlichen Hirn. Das Gehirn sendet Signale an den Körper, der wiederum atmet. Liegt eine zentrale Schlafapnoe vor, leitet das Gehirn für die Dauer von mindestens zehn Sekunden lang keine Signale an das Zwerchfell weiter. Das Ergebnis: Die Atmung setzt aus.

Die zentrale Schlafapnoe und die obstruktive Schlafapnoe stehen oftmals in einem Zusammenhang. Manchmal ist die eine Form sogar eine Folge der anderen. Im Gegensatz dazu kommt es eher selten vor, dass die zentrale Schlafapnoe von anderen Formen vollständig abgekoppelt auftritt. Schuld daran sind die Gründe für die eigentliche Entstehung der ZSA.

Gründe für eine ZSA

Recht häufig wird die zentrale Schlafapnoe durch eine Herzschwäche ausgelöst; auch chronische Erkrankungen der Atemwege können die ZSA als Folge nach sich ziehen. Die Ursachen für diese beiden Erkrankungen hängen wiederum nicht selten mit einer obstruktiven Schlafapnoe zusammen. Hier kommt es zu einem regelrechten Teufelskreis, aus dem Betroffene nur schwer ausbrechen können. Weil die eine Apnoe die andere bedingt, muss der Kreislauf zuerst durchbrochen werden, bevor die Beschwerden der Betroffenen gelindert werden können.

Zu den zahlreichen möglichen Gründen für eine zentrale Schlafapnoe gehören unter anderem der Schlaganfall, ein Tumor oder die Gehirnentzündung. Manchmal tritt die ZSA auch in der Folge oder während einer neoplastischen Myelinisierungsstörung auf.

Die meist verbreitete Ursache für eine klassische zentrale Schlafapnoe: die Cheyne-Stokes-Atmung, kurz auch als CSA bezeichnet. Sie taucht besonders oft bei Menschen mit Problemen am Herzen auf. Vertiefte Atemzüge wechseln sich in diesem Fall mit dem Stillstand des Atmens ab.

Auch die Höhenkrankheit kann eine ZSA nach sich ziehen. Diese kommt bei Menschen erst dann vor, wenn diese sich in 3000 bis 4000 Metern Höhe befinden. Der Konsum verschiedener Drogen kann genauso ursächlich sein wie die Einnahmen von Medikamenten. Gerade die Mittel Morphin und Arzneien mit Opioden können mit der ZSA in Verbindung stehen.

So kann die zentrale Schlafapnoe behandelt werden

Wenn die zentralen Schlafapnoe aufgrund der oben genannten Gründe auftritt, ist die Behandlung an sich nicht kompliziert. Natürlich sollten immer alle Behandlungen in der Rücksprache mit dem behandelnden Arzt vorgenommen werden. Viele Betroffene greifen auf die sogenannte Reoxygenierung zurück. Hier wird mit einem Beatmungsgerät behandelt. Besonders effektiv ist diese Form der Behandlung, wenn die zentrale Schlafapnoe durch die Höhenkrankheit oder zum Beispiel durch den Entzug von Drogen verursacht wurde. Auch nach der Einnahme von Rauschgift kann dieses Vorgehen helfen. Gleiches gilt für die Apnoe nach einer Einnahme von Medikamenten, die auf Opioden basieren.

Leider kann bei einer zentrale Schlafapnoe nicht in vielen Fällen die klassische Behandlung eingesetzt werden. Kommt die Apnoe zum Beispiel durch die Erschlaffung des Gaumensegels zustande oder durch eine Erschlaffung der Zunge, muss im ersten Schritt der direkte Durchgang zur Lunge wieder freigelegt werden. Andernfalls schlägt die Behandlung nicht an. Liegt hingegen gar keine erkennbare mechanische Behinderung vor, muss keine Technik dieser Art angewendet werden. Soll die zentrale Schlafapnoe effektiv behandelt werden, ist deshalb eine gründliche Untersuchung unumgänglich. Soll die Atemfunktion langfristig stabilisiert werden, müssen Gaumen und Zunge kontrolliert werden.

CPAP Maske / Beatmungsgerät

Bei der ZSA wird sehr häufig eine Maske angewendet, damit das CPAP Beatmungsgerät einwandfrei angeschlossen werden kann und zuverlässig funktioniert. Das Gerät wird in vielen Fällen an eine Servo-Ventilation angeschlossen. Bei dieser Form der Beatmung wird der Betroffene beim Einatmen aktiv unterstützt. Dafür sorgt der positive Luftdruck im Gerät. Hier handelt es sich um eine begleitende Maßnahme, die dem natürlichen Atmen sehr nahe kommt. Deshalb ist sie so verbreitet.

Wenn die ZSA aufgrund einer obstruktiven Apnoe verursacht wird, muss in einem ersten Schritt die obstruktive Form behandelt werden. Erst in einem zweiten Schritt geht es um die zentrale Schlafapnoe, sofern diese danach überhaupt noch existiert. Ein bimaxilläres rotation Advancement befreit die Atemwege und sorgt dafür, dass der Luftkanal nicht mehr länger unterbrochen wird. Die obstruktive Schlafapnoe wird dadurch dauerhaft geheilt.

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