zirbeldrüse - ZSA

Kurzantwort: Bei einer zentralen Schlafapnoe setzt die Atmung im Schlaf wiederholt aus, weil der Atemantrieb beziehungsweise die Atemregulation vorübergehend instabil oder vermindert ist. Anders als bei der obstruktiven Schlafapnoe fehlt während eines zentralen Ereignisses die Atemanstrengung. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt deshalb entscheidend von der Ursache ab.

Redaktionell medizinisch geprüft und aktualisiert am 31.08.2026.

Was ist eine zentrale Schlafapnoe?

Bei einer obstruktiven Apnoe versucht der Körper weiterzuatmen, obwohl der obere Atemweg verschlossen ist. Bei einer zentralen Apnoe fehlen Luftstrom und Atemanstrengung gleichzeitig. Dahinter steckt nicht immer ein dauerhafter Ausfall eines „Signals vom Gehirn“. Häufig schwankt die Atemregulation: Fällt der Kohlendioxidgehalt im Blut im Schlaf unter die individuelle Atemschwelle, kann die Atmung kurz pausieren und anschließend überschießen.

Zentrale und obstruktive Ereignisse können in derselben Nacht vorkommen. Außerdem können zentrale Ereignisse erst nach Beginn einer PAP-Therapie gegen OSA sichtbar werden; dies wird als therapie-emergente zentrale Schlafapnoe bezeichnet.

Welche Ursachen kommen infrage?

Zu den wichtigen Konstellationen gehören:

  • Herzinsuffizienz, häufig mit einem periodischen Cheyne-Stokes-Atemmuster,
  • Opioide und einzelne andere Medikamente,
  • Höhenaufenthalt,
  • bestimmte neurologische oder strukturelle Erkrankungen, besonders im Bereich des Hirnstamms,
  • schwere Nieren- oder andere internistische Erkrankungen,
  • therapie-emergente ZSA nach Beginn einer OSA-Behandlung,
  • selten eine primäre ZSA ohne erkennbare Grunderkrankung.

Ein Schlaganfall kann mit zentralen Ereignissen verbunden sein, doch nicht jede ZSA bedeutet, dass ein Tumor oder eine Gehirnentzündung vorliegt. Die Ursache lässt sich nur im klinischen Zusammenhang beurteilen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Polysomnographie unterscheidet zentrale von obstruktiven Ereignissen anhand von Luftstrom und Atemanstrengung. Zusätzlich sollten Herzfunktion, Medikamente und Substanzen, Höhenexposition sowie neurologische und internistische Begleiterkrankungen berücksichtigt werden. Bei gemischten Befunden kann auch die Anatomie des oberen Atemwegs relevant sein; eine Untersuchung von Gaumen, Zunge oder Kiefer erklärt jedoch keine isolierte zentrale Apnoe.

Welche Behandlung ist möglich?

Zuerst wird die zugrunde liegende Erkrankung oder der auslösende Faktor behandelt: etwa eine Herzinsuffizienz leitliniengerecht optimiert oder ein problematisches Medikament ärztlich überprüft. Opioide dürfen niemals eigenmächtig reduziert oder abgesetzt werden. Bei höhenbedingter ZSA können Abstieg, Sauerstoff oder Acetazolamid infrage kommen.

Die AASM-Leitlinie von 2025 nennt – je nach Ursache und individueller Situation – CPAP, ein Bilevel-Gerät mit Backup-Frequenz, adaptive Servoventilation, niedrig dosierten Sauerstoff, Acetazolamid oder in ausgewählten Fällen eine transvenöse Phrenikusnerv-Stimulation. Die Empfehlungen sind überwiegend bedingt und beruhen auf niedriger bis sehr niedriger Evidenz. Ein Bilevel-Gerät ohne Backup-Frequenz wird bei ZSA nicht empfohlen.

Bei adaptiver Servoventilation ist besondere Sorgfalt erforderlich. In der SERVE-HF-Studie stieg bei Menschen mit symptomatischer Herzinsuffizienz, einer linksventrikulären Ejektionsfraktion von höchstens 45 Prozent und überwiegend zentraler Schlafapnoe die Gesamt- und kardiovaskuläre Sterblichkeit mit dem damals untersuchten ASV-Gerät. Die spätere ADVENT-HF-Studie mit einem anderen ASV-Algorithmus bestätigte dieses Mortalitätssignal nicht, war mit nur 198 Teilnehmern mit überwiegend zentraler Schlafapnoe jedoch nicht ausreichend groß, um die Sicherheitsfrage für diese Untergruppe endgültig zu entscheiden. Die aktuelle AASM-Leitlinie verlangt bei reduzierter Ejektionsfraktion deshalb erfahrene Zentren, gemeinsame Entscheidungsfindung und engmaschige Kontrolle.

Eine Vorverlagerung der Kiefer kann bei einer gleichzeitig bestehenden anatomisch bedingten OSA sinnvoll sein. Sie behandelt jedoch nicht den zentralen Atemantrieb. Bei gemischter Schlafapnoe müssen obstruktive und zentrale Anteile getrennt beurteilt und der Behandlungserfolg objektiv kontrolliert werden. Eine gezielte Ursachenbestimmung kann bei einem relevanten obstruktiven Anteil helfen, die anatomische Situation zu verstehen.

Quellen

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