Tinnitus Schlafapnoe

Wie mit Studien festgestellt wurde, haben 9,8 % der Patienten nicht nur eine Schlafapnoe, sondern auch an einem Tinnitus. Damit stellt sich die Frage, ob es sich bei diesen Krankheitsbildern um einen Zufall oder um einen kausalen Zusammenhang handelt.

Tinnitus und das multi-kausale Syndrom

Epidemiologische Studien offenbarten eine Häufigkeit von etwa 3,9 % bei. Es erkranken etwa 250.000 Menschen in Deutschland an einem chronischen Tinnitus. Männer trifft es häufiger als Frauen. Die hohe Rate von Tinnitus bei Schlafapnoikern, lässt deshalb eine Vermutung zu, dass es sich um eine Kausalität handelt.
Von Patienten die an einem Tinnitus leiden, werden Geräusche wahrgenommen, die keine äußere Einwirkung haben. Es sind Geräusche, wie etwa ein Klingeln, Brumm- und Pfeifton, Zischen oder Knacken, die in den Ohren wahrgenommen werden. Dabei kann die Intensität entweder gleich bleiben, schwankend oder als pulsierend, empfunden werden. Die sogenannte Hörfunktionsstörung wird oft mit Stress verbunden. Darüber hinaus können aber auch ein Schalltrauma, Medikamente oder ein Hörsturz für einen Tinnitus sorgen.

Ohrgeräusch durch fehlerhafte Kaufunktion?

Gar nicht so selten, kann aber auch eine Fehlfunktion des craniomandibulären Systems vorliegen. Die craniomandibuläre Dysfunktion, auch CMD genannt, umschreibt das Zusammenarbeiten von Ober- und Unterkiefer. Es kann damit zu einer Anspannung der Kaumuskeln beim Essen führen. Festgestellt wurde dabei auch, dass Patienten oft ein nächtliches Knirschen und Pressen der Zähne bemerken. Nachfolgend verursacht dieser Zustand Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit, Schwindel oder Stress.

Craniomandibuläre Dysfunktion und Tinnitus?

Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Bekannt sind die intensiven Verbindungen zwischen der Funktionalität des Mund- und Kieferbereiches und der oberen Halswirbelsäule bekannt. Studien aus den letzten 20 Jahren haben ergeben, dass es zwischen der Kau- und Halswirbelsäulenfunktion eine enge Verzahnung gibt. Man nennt diese auch Konvergenz. Gut erforscht sind auch die Funktionen, zwischen Nerven des Kopf-Kiefersystems, den Hörnerven und dem Gleichgewichtssinn bestehen.

Was hat eine craniomandibuläre Dysfunktion mit einer Schlafapnoe zu tun?

Eine obstruktive oder eine gemischte Form einer Schlafapnoe, wird häufig bei Patienten mit CMD festgestellt. Es handelt sich dabei um eine Störung, zwischen dem Schädel und dem Unterkiefer. Oft handelt es sich dabei um eine Kieferfehlstellung. Dabei zeigt sich der Oberkiefer entweder zu groß, zu klein oder zu schmal. Einfach erklärt, der Oberkiefer passt nicht zum Unterkiefer. Damit einhergehend, ist oft eine Verengung der oberen Atemwege. Diese Beeinträchtigung der oberen Atemwege, die durch einen nicht ausreichenden Platz zwischen Rachenhinterwand, als auch dem Zungengrund entsteht, führt zu den oft gefährlichen nächtlichen Atemaussetzern (Apnoen). Als Auslöser kann das Erschlaffen und Zurückfallen von der Zunge oder Gaumensegel sein. Damit kann es zu einer Blockade der Atemwege kommen.

Behandlung der Kaufunktion – den Tinnitus lindern

Tinnitus kann zu den bereits oben erwähnten Symptomen einer CMD zählen. Deshalb erscheint es naheliegend, nicht nur eine Behandlung der Kaufunktionsstörung anzuregen, sondern auch eine Linderung der Tinnitusbelastung. Bereits 2006 wurde mit einer schwedischen Studie festgestellt, dass CMD-Patienten überdurchschnittlich oft unter einem Tinnitus leiden. Das bedeutet für Betroffene, dass eine statistisch-signifikante Linderung beim Tinnitus eintritt. In der genannten Studie, erhielten 73 Patienten 2 Jahre, nach einer erfolgreichen CMD-Behandlung einen Fragebogen, den sie ausfüllen sollten. So gab es 43 % der Patienten, die eine Linderung beim Tinnitus verspürten und 39 % der Betroffenen, die von gleichbleibenden Symptomen berichteten. Die Studie geht davon aus, dass mit einer Beseitigung aller funktionellen Störungen im Kausystem, eine gute Wirkung hinsichtlich des Tinnitus haben.

Erweiterung der oberen Atemwege – nicht nur bei Tinnitus

Eine Verengung der oberen Atemwege, die auf eine Kieferfehlstellung zurückgeführt wird, kann durch eine ursachenbezogene Therapie, mit einer Kieferumstellungsosteotomie mit der Counter Clockwise Rotation auf Dauer beseitigt werden. Wird diese Operation, gleichzeitig mit einer kieferorthopädischen Behandlung vorgenommen, wird eine deutliche Behebung der Atemfunktionsstörung, der Schlafapnoe, erzielt. Außerdem zeigt sich ebenfalls, dass ein bestehender Tinnitus erfolgreich behandelt wird. Durch diese Atemwegserweiterung, kann also nicht nur die Schlafapnoe behandelt werden, auch das Risiko für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt werden reduziert.

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