Redaktionell geprüft und aktualisiert am 24.07.2026.
Beim Schlafapnoe-Syndrom treten während des Schlafs wiederholt Atempausen oder deutliche Einschränkungen des Atemflusses auf. Diese Ereignisse können den Schlaf unterbrechen, die Sauerstoffsättigung beeinflussen und zu Beschwerden am Tag führen.
Kurzantwort: Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom, kurz OSAS, entsteht durch einen wiederholt verengten oder kollabierenden oberen Atemweg. Davon zu unterscheiden ist die zentrale Schlafapnoe, bei der während eines Atemereignisses vorübergehend die Atemanstrengung fehlt.
Was ist der Unterschied zwischen OSA und OSAS?
Die Abkürzung OSA bezeichnet die obstruktive Schlafapnoe. Von einem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom wird traditionell gesprochen, wenn zusätzlich zum Messbefund typische Beschwerden oder relevante Begleiterkrankungen bestehen.
Nach den diagnostischen Kriterien kann eine obstruktive Schlafapnoe bei einem AHI ab 5 zusammen mit entsprechenden Beschwerden oder Begleiterkrankungen vorliegen. Bei einem AHI ab etwa 15 kann die Diagnose auch ohne ausgeprägte Symptome gestellt werden.
Der AHI gibt an, wie viele Apnoen und Hypopnoen durchschnittlich pro Stunde Schlaf auftreten. Für die individuelle Beurteilung sind zusätzlich Sauerstoffabfälle, Schlafqualität, Tagesbeschwerden und Begleiterkrankungen wichtig.
Typische Symptome des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms
Mögliche nächtliche Hinweise sind:
- lautes, unregelmäßiges Schnarchen,
- beobachtete Atempausen,
- Luftschnappen oder Aufschrecken,
- häufiges Erwachen,
- nächtliches Schwitzen,
- nächtlicher Harndrang,
- trockener Mund und morgendliche Kopfschmerzen.
Am Tag können nicht erholsamer Schlaf, Tagesmüdigkeit, Sekundenschlaf, Konzentrationsprobleme, Leistungseinbußen, Reizbarkeit oder depressive Beschwerden auftreten.
Kein einzelnes Symptom beweist eine Schlafapnoe. Auch normalgewichtige Menschen und Menschen ohne auffälliges Schnarchen können betroffen sein.
Welche Ursachen hat die obstruktive Schlafapnoe?
Die oberen Atemwege werden von Knochen, Muskulatur und Weichteilen begrenzt. Im Schlaf sinkt der Muskeltonus. Ist der verfügbare Atemwegsraum bereits eng, kann der Atemweg leichter kollabieren.
Mögliche Ursachen und Risikofaktoren sind:
- ein kleiner oder zurückliegender Unterkiefer,
- eine Rücklage beider Kiefer,
- ein enger Gesichtsschädelaufbau,
- ungünstige Platzverhältnisse für die Zunge,
- vergrößerte Mandeln,
- eine behinderte Nasenatmung,
- Übergewicht,
- Alkohol oder beruhigende Medikamente,
- eine ausgeprägte Lageabhängigkeit.
Eine Erkältung kann Schnarchen und eine bestehende Atemwegsbehinderung zeitweise verstärken, verursacht aber nicht automatisch ein chronisches Schlafapnoe-Syndrom.
Was ist eine zentrale Schlafapnoe?
Bei einer zentralen Schlafapnoe fehlt während des Atemereignisses die inspiratorische Atemanstrengung. Mögliche Zusammenhänge bestehen unter anderem mit:
- Herzinsuffizienz,
- neurologischen Erkrankungen,
- einem Schlaganfall,
- Opioiden oder anderen atemdepressiven Medikamenten,
- großer Höhe,
- einer erst unter PAP-Therapie auftretenden zentralen Komponente.
Schnarchen, Müdigkeit oder Schlafstörungen erlauben keine sichere Abgrenzung zwischen zentraler und obstruktiver Schlafapnoe. Dafür müssen Atemfluss und Atemanstrengung schlafmedizinisch gemessen werden.
Welche Folgen kann eine unbehandelte OSA haben?
Wiederholte Atemwegsverschlüsse führen zu Weckreaktionen, Druckschwankungen im Brustkorb, Aktivierung des sympathischen Nervensystems und teilweise zu Sauerstoffabfällen.
Obstruktive Schlafapnoe steht unter anderem mit Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Schlaganfallrisiko, Stoffwechselerkrankungen und einem erhöhten Unfallrisiko durch Tagesschläfrigkeit in Verbindung.
Wie wird das Schlafapnoe-Syndrom behandelt?
CPAP oder APAP: Der positive Atemwegsdruck hält den oberen Atemweg während der Anwendung offen. Das Verfahren ist sehr wirksam, verändert aber keine bestehende anatomische Enge.
Unterkieferprotrusionsschiene: Sie verlagert den Unterkiefer nachts nach vorn und kann bei geeigneten Patientinnen und Patienten eine Alternative darstellen.
Gewichts- und Positionstherapie: Diese Maßnahmen können bei Übergewicht oder lageabhängiger Schlafapnoe sinnvoll sein, reichen aber nicht in jedem Fall aus.
Weitere Verfahren: Abhängig von Anatomie und Befund können eine Mandeloperation, Hypoglossusnerv-Stimulation oder andere ausgewählte Behandlungen infrage kommen.
MMA-Operation: Liegt eine skelettale Verengung durch kleine oder zurückliegende Kiefer vor, korrigiert das maxillomandibuläre Advancement diese Ursache direkt. Ober- und Unterkiefer werden nach vorn verlagert und der Atemweg dauerhaft erweitert. Aktuelle Metaanalysen bewerten MMA als das chirurgische Verfahren mit der höchsten Erfolgsrate bei obstruktiver Schlafapnoe.
Welche Behandlung passt, lässt sich erst nach einer vollständigen Diagnostik entscheiden. Mehr dazu: Schlafapnoe-Ursachenbestimmung und MMA-Operation.